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HomeSaison 2012/13Welt Cupsunzufriedener zehnter Platz

unzufriedener zehnter Platz

Mit einer Goldmedaille im Gep├Ąck sind wir am Montag vor einer Woche von Japan nach China gereist. Der vierte Weltcup der Saison fand in Shanghai statt. Ich ging nat├╝rlich absolut selbstbewusst in den Wettkampf und wollte wieder ins 500m-Finale.

der lahme Freitag

├ťber 1000m war am Freitag gleich in der ersten Runde Schluss mit lustig. So war ich gezwungen, am Samstag zeitig aufzustehen, um an den Repechage-Runden ├╝ber 1000m teilzunehmen. Der Freitag lief aber zumindest ├╝ber 500m ganz gut. Ich konnte beide Vorrunden ├╝berstehen und qualifizierte mich direkt f├╝rs Sonntags-Viertelfinale. Trotzdem hatte ich kein gutes Gef├╝hl. Mit einer Zeit von gerade einmal 42,9 Sekunden konnte ich nicht zufrieden sein. Die meisten Gegner beendeten ihren zweiten Vorlauf in weniger als 42 Sekunden. Wieder, aber nicht halb so schlimm wie letzte Woche, fehlte mir das Feingef├╝hl f├╝rs Eis.

die Taktik-Staffel

Zum Abschluss des Freitags folgten noch die Staffelvorl├Ąufe ├╝ber 5000m. Ich wurde zusammen mit Torsten, Paul und Daniel f├╝r Deutschland ins Rennen geschickt. In einem taktisch reizenden Rennen gegen Korea, was sich zeitig nach vorn absetzte, und Italien behielten wir st├Ąndig die Kontrolle ├╝ber den Gegner. Wenige Runden vor Schluss wurde dann das Tempo angezogen. Wir konnten uns zwischenzeitlich mehrmals absetzen, verloren den Vorsprung aber auch wieder: ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dann ging es in die letzten drei Runden. Ich war dran, musste beim Wechsel von Daniel auf mich den Italiener passieren lassen, versuchte auf der Gegengeraden die Retoure, brach allerdings im Eis weg, sank tief ins Knie und verlor fast meine gesamte Geschwindigkeit, die zum ├ťberholen n├Âtig war. Der Italiener behielt die F├╝hrung. Ich wechselte auf Paul, der in der vorletzten Runde an Italien vorbeikam. Rang zwei hinter Korea schien geritzt. Eine Runde vor Schluss wollte der Italiener kontern. Pauls Kufen stie├čen mit den fremden zusammen. Paul stolperte leicht und fiel nach innen. Der Italiener lief in Paul hinein, prallte ab, blieb hinter ihm fast stehen und sch├╝ttelte den Kopf. Eric, unser ehemaliger und jetzt in Italien angestellte Trainer, riss die Arme hoch und beschwerte sich beim Schiedsrichter ├╝ber dieses ÔÇ×unfaire BlockenÔÇť des Deutschen. Die Eishalle war ruhig, bis auf Erics war keine Menschenstimme zu vernehmen. Paul jedenfalls blieb vorn und beendete unseren Staffellauf als Zweiter hinter den Asiaten. Der Italiener trudelte die letzte Runde nur noch aus. Der Unparteiische lie├č sich von allen Gesten des L├Ąufers und Trainers scheinbar zu sehr beeindrucken und vergab das gro├če ÔÇ×PÔÇť an uns. Aus meiner Sicht nat├╝rlich ungerechtfertigt. Ein herzliches Dankesch├Ân an Eric f├╝r seinen schauspielerischen Beitrag zum Staffelrennen! Wir waren ausgeschieden, womit die WM-Teilnahme der Herrenstaffel in schier unerreichbare Weiten r├╝ckt.

samstags: vom Eis zum Tower

Am Samstag durfte ich mir noch meine ganz pers├Ânliche Disqualifikation abholen. ├ťber 1000m kam ich nicht ├╝ber die erste Hoffnungsrunde hinaus und packte entt├Ąuscht meine sieben Sachen. Zum Abschalten machte ich einen Ausflug. Ich nahm die n├Ąchste U-Bahn vom Hotel zum Stadtteil Pudong und fand mich im Finanz- und Handelsviertel von Shanghai wieder. Auf meinem Nachmittagsplan stand kurzerhand die Besichtigung des Oriental Pearl Towers, dem Shanghaier Wahrzeichen schlechthin und ehemals h├Âchsten Geb├Ąude der Welt. F├╝r 150 Yuan (knapp 20 Euro) ging es mit dem Aufzug auf 260 Meter hinauf. Dort wartete eine Besucherplattform auf zahlreiche G├Ąste aus aller Welt. Eine beeindruckende Aussicht ├╝ber fast ganz Shanghai, leider aber wie so oft durch dichten Smog ├╝ber Chinas Gro├čst├Ądten beeintr├Ąchtigt. H├Âhepunkt war der Glasboden am ├Ąu├čeren Rand der Aussichtsplattform. Ich stellte mich darauf und konnte senkrecht nach unten sehen, 260m weit. Einfach atemberaubend! Mit der U-Bahn ging es sp├Ąter wieder zur├╝ck zum Hotel und ich konnte Tina zum zehnten Platz ├╝ber 1500m begl├╝ckw├╝nschen.

500m - meine Spezialdisziplin

Der Sonntag sollte aus sportlicher Sicht besser laufen. Ich hatte ein sicher machbares Viertelfinale. Da ich am Freitag recht langsam unterwegs war, stand ich absehbar auf der Au├čenbahn. Am Start konnte ich eine Position gut machen. Um einen weiteren L├Ąufer in der ersten Kurve zu ├╝berholen, fehlte mir der Mut. Sonst kenne ich mich als durchsetzungsf├Ąhiger. Doch hier wartete ich ab und reihte mich als Dritter ein. Im Nachhinein w├╝rde ich es auf meine unbewusste, erh├Âhte Verletzunganf├Ąlligkeit meiner Adduktoren zur├╝ckf├╝hren. Weiter im Rennen. Ich lief also auf Position drei und musste Zweiter werden, um am Halbfinale teilnehmen zu d├╝rfen. Mehrmals setzte ich zum ├ťberholen an, doch es gelang mir nicht. In fast jeder Kurve brachen meine Kufen im Eis und verhinderten jegliche Beschleunigung. Das Rennen selbst war mit 41,5 Sekunden sicher nicht zu schnell zum ├ťberholen. Entt├Ąuscht von mir und dem nicht ausgesch├Âpften Verm├Âgen lief ich ├╝ber die Ziellinie und schied schon wieder zu fr├╝h aus. Mit diesem zehnten Platz war ich nat├╝rlich nicht zufrieden. In der 500m-Gesamtweltcup-Wertung musste ich meinen vierten Rang dadurch an einen Kanadier abtreten.

500m Gesamtweltcup

Erfahrung und Konstanz sind die Schl├╝ssel zum Erfolg

Obwohl ich heute etwas entt├Ąuscht vom zweiten Asien-Weltcup zur├╝ckkehre, habe ich doch sehr viel mitgebracht: zum einen nat├╝rlich meine Goldmedaille aus Nagoya, zum anderen wieder eine ganze Menge Erfahrung und Selbstbewusstsein. Genau diese Komponenten brauche ich ab sofort, um weiterhin TOP-Resultate erzielen zu k├Ânnen. Mein Sieg vor einer Woche soll schlie├člich keine Eintagsfliege bleiben, sondern zur Gewohnheit werden. Es gilt jetzt, eine gewisse Konstanz und Ruhe zu etablieren, auf die ich mich in Zukunft verlassen kann.

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