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HomeSaison 2009/10WM 2010Mit WM-Bronze im Gepäck nach Bormio

Mit WM-Bronze im Gepäck nach Bormio

Seit gestern dürfen wir uns „drittbeste Staffelläufer der Welt" nennen. Denn wir haben Bronze bei den Weltmeisterschaften in Sofia gewonnen.

 

Wir traten gegen die besten Teams der Welt an. Im Finale standen Korea, die USA, Deutschland und China. Wir hatten die dritte Startposition. Diesmal stellten wir unsere Reihenfolge wieder um. Tyson startete, dann war Paul dran, welcher damit auch für die letzten 2 der 45 Runden verantwortlich war, dann Sebastian und ich als Vierter. Tyson verteidigte seine dritte Position am Start. Wir behielten diese Position bei. Siebzehn lange Runden passierte nichts. Dann krachte es hinter uns. Beim dritten Wechsel von Sebastian auf mich stürzten mal wieder die Chinesen. Aber im Gegensatz zum Halbfinale waren sie diesmal ganz allein schuld. Ab diesem Zeitpunkt zogen wir anderen drei Teams das Tempo an, um den Chinesen keinen Funkten Hoffnung aufs Aufholen zu geben. Korea war in Führung, die US-Amerikaner folgten ihnen mit etwas Abstand. Auch wir hatten nur wenige Meter auf die Amis. Alle hielten das Tempo hoch, die Chinesen überrundeten wir sieben Runden vor Schluss. Die Bronzemedaille war also zum Greifen nah. Jetzt galt es, nicht zu viel zu riskieren, um keine Sturz zu provozieren, aber dennoch den Abstand zu den Amerikanern zu verkleinern, da immerhin die Silbermedaille nur zehn Meter entfernt war. Über die Ziellinie liefen die Koreaner zuerst, dann die Amerikaner und dann wir. Unser Abstand zu den Amerikanern war gering, nicht mal eine Sekunde trennte uns. Aber das war nicht so schlimm.

 

 

 

Denn in diesem Moment wurde uns bewusst, dass wir die erste Senioren-WM-Medaille in der deutschen Short-Track-Geschichte gewonnen hatten. Einen Moment lang überkam mich das Gefühl, etwas ganz Großes erreicht zu haben. Aber gleich darauf stand die Freude im Vordergrund uns wir trafen uns alle bei Eric und Miro an der Bande. Die Freude war groß. Doch wir mussten wieder runter vom Eis.

 

 

 

Auf dem Weg zur Postrace-Heatbox (dort wo man nach dem Rennen vom Eis geht) lief ich noch bei den Mädels und bei Beck's vorbei. Alle beglückwünschten uns. Doch wichtig war mir auch, Beck's „Danke!" zu sagen, denn er hat uns wie immer tatkräftig unterstützt, sowohl im Training, als auch während des Wettkampfs. Doch die Medaillen bekommen nur die Sportler, die tatsächlich die Staffel mitgelaufen waren. Da Beck's nicht eingesetzt wurde, ging er nun leer aus. Aber ich denke, alle würden mir zustimmen, dass jeder ein Fünftel seiner Medaille an Beck's abgeben würde, wenn er könnte. In der Kabine schüttelten uns noch Uwe und Heidrun (Dr. Heidrun Beck aus der Sportmedizin der Uniklinik Dresden) die Hände. Die Stimmung in der Kabine war großartig und wurde mit einem Bier für jeden noch besser. Das hatten wir uns aber auch verdient.

 

 

 

Nach unserem Ausscheiden im Halbfinale der Olympischen Spiele war dies nun die Wiedergutmachung. Wir sind sehr froh, dass sich das harte Training der letzten Wochen und Monate bei einem richtig großen Event ausgezahlt hat. Die EM in Dresden hatte schon gezeigt, dass wir als Vize-Europameister dem europäischen Niveau nicht nur hinterherlaufen, sondern dieses mitbestimmen. Und man sieht, dass der Abstand zu den außereuropäischen Ländern immer kleiner wird und wir bereit sind, jeden kleinen Fehler dieser Länder zu bestrafen.

 

 

 

Da im April wahrscheinlich die Gespräche der DESG über die Besetzung der Trainerstellen für die kommende Saison bzw. für die nächsten vier Jahre anstehen, hoffen wir, dass die Verantwortlichen an unserem jetzigen Trainer Eric Bédard festhalten und ihm alle möglichen Mittel zur Umsetzung seiner Trainingsmaßnahmen zur Verfügung stellen. Mit Eric sind wir auf dem richtigen Weg, darüber sind alle Short-Tracker einer Meinung!

 

 

 

In wenigen Stunden fliegen wir wieder los. Es geht zuerst mit dem Flugzeug nach Mailand, von wo aus wir mit einem Bus nach Bormio gebracht werden. Dort finden die Team-Weltmeisterschaften statt. Dieser Wettkampf wird die letzte Herausforderung einer langen Saison sein. Wir werden noch einmal alle Kräfte mobilisieren, um eine gute Figur abzugeben. Wer sich schon jetzt mit dem System der Team-WM vertraut machen möchte, liest sich am besten meine Beschreibung des zweitägigen Events durch. Ich freue mich sehr, dass auch unsere Damen an der Team-WM teilnehmen werden. Unsere „Brackets" sehen in diesem Jahr so aus: Damen: Korea, Kanada, Ungarn, Deutschland; Herren: Kanada, China, Deutschland, Japan.

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