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HomeSaison 2013/14sonstigesEs ist genug ...

Es ist genug ...

Nach reichlicher √úberlegungszeit habe ich mich nun entschieden, dem Leistungssport den R√ľcken zuzukehren. Das bedeutet, dass ich mit Shorttrack aufh√∂re und ab sofort keine Wettk√§mpfe mehr bestreiten werde. Ein Teil von mir wird aber f√ľr immer Shorttracker bleiben.

 

meine Erlebnisse

Einerseits ist es nat√ľrlich keine leichte Entscheidung, einen Gro√üteil meines bisherigen Lebens einfach hinter mir zu lassen. Andererseits freue ich mich auf die Zeit nach dem Sport, die sicherlich auch ihre ganz besonderen Reize haben wird. Seitdem ich im Jahr 2000 vom Eiskunstlaufen zum Shorttrack wechselte, habe ich sehr viel erlebt. Ich durfte an insgesamt 27 Weltcups teilnehmen, sah zehn Weltmeisterschaften, f√ľnf Europameisterschaften, vier Olympische Spiele (zweimal als aktiver Sportler, einmal als Junior-Olympionik, einmal als Teilnehmer des Jugendlagers) und bereiste √ľber zwanzig fremde L√§nder. Ich durfte die Chinesische Mauer betreten, schaute vom Pearl Tower √ľber ganz Shanghai, genoss den Ausblick vom Eifelturm, erfuhr Lebensweisen fremder Kulturen, bestaunte die chinesische Kreisverkehr-Systematik, lag fast zwei Wochen allein in einem kanadischen Krankenhaus, konnte interkontinentale Freundschaften schlie√üen, landete auf einem von Kanadas √∂stlichsten Flugpl√§tzen in Goose Bay und auf Island zwischen, umflog Nordkorea, trainierte mit US-Marines, besuchte den Rheinfall in der Schweiz, lernte die Weiten und Temperaturen Nordamerikas kennen, n√§chtigte in luxuri√∂sen aber auch halbzerbombten Hotels, erlebte einen Tag in einer Million√§rs-Villa und sa√ü eine gef√ľhlte Ewigkeit in Flugzeugen und Bussen. Entgegen aller erlebnisreicher Reisen f√ľhle ich mich zuhause doch immernoch am wohlsten.

 

100 Tage abwesend

Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass ich im Jahr durchschnittlich 100 Tage nicht in Dresden und damit von meiner Familie getrennt war, viele Verletzungen erlitt und mich jedes Mal aufs Neue wiederhochkämpfte, täglich an meine körperliche Leistungsgrenze ging, um diese nach oben zu verschieben und teilweise ein Spaziergang nach dem Training schon zu viel war.

 

eine Bilanz

Trotz aller Nebeneffekte und Dank aller schönen Erfahrungen kam ich auf Erfolge, die mich sehr stolz machen: zweifacher Teilnehmer Olympischer Winterspiele, Weltcup-Sieger, Vize-Weltmeister, Junioren-Weltmeister, Vize-Europameister, Deutscher Meister, um nur die größten davon zu nennen. Als schönsten Erfolg sehe ich aber meinen 500m-Weltcup-Sieg im japanischen Nagoya im Dezember 2012. Nach vielen Finalteilnahmen in der vorangegangenen Saison und bis dato keinem einzigen Treppchenplatz feierte ich meinen internationalen Herren-Durchbruch fast genau sechs Jahre nach meiner schweren Sprunggelenkverletzung. Zudem konnte ich mir mit meinem vierten Platz bei der WM 2012 den Titel des erfolgreichsten deutschen Shorttrackers sichern.

 

die Ausbildung

Vergessen werde ich sicherlich auch nicht, dass ich parallel zu meiner sportlichen Karriere mein Abitur abschloss und eine Ausbildung zum Notarfachangestellten erfolgreich absolvierte. Außerdem gab mir die Bundeswehr die Möglichkeit, im Anschluss an Abitur und Ausbildung meinen Sport auf eine professionellere Ebene zu heben. Als Sportsoldat nahm ich vorrangig im Sommer an verschiedenen militärischen und sportlichen Laufbahn-Lehrgängen teil und erreichte den Dienstgrad des Stabsunteroffiziers.

 

wie es im Shorttrack weitergeht ...

Derzeitiger √úbergangstrainer ist wieder, wie schon nach Vancouver 2010, Miroslav "Miro" Boyadzhiev. Mit einem neuen Bundestrainer ist nicht vor Beginn des n√§chsten Kalenderjahres zu rechnen. Ich hoffe, dass sich auch in der Zukunft ohne mich, weitere Interessierte an dieser spannenden Sportart erfreuen k√∂nnen und endlich der ganz gro√üe Durchbruch eines deutschen L√§ufers auf dem internationalen Eis gelingt. In den deutschen Eishallen bereiten sich viele Shorttrack-Talente zielstrebig auf die bevorstehenden Herausforderungen vor und warten nur darauf, eine leistungsorientierte und strukturierte F√∂rderung f√ľr den Weg in die Spitze zu erhalten. Denn ohne Investition wird es keinen Erfolg geben!

 

"besondere" Momente

Dankeschön!

Abschlie√üend m√∂chte ich es nat√ľrlich nicht vers√§umen, mich bei allen Menschen zu bedanken die tagt√§glich und jahrelang an meiner Seite standen und mit mir gefiebert und gelitten haben. Allen Partnern und Sponsoren danke ich f√ľr ihr Engagement und ihre Bereitschaft, an mich zu glauben und mich zu f√∂rdern. Meiner jungen Familie danke ich f√ľr ihre Kraft, immer f√ľr mich da gewesen zu sein.

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