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HomeSaison 2011/12Welt CupsWelt Cup 11. über 500m und einiges gelernt

Welt Cup 11. über 500m und einiges gelernt

Jetzt sind die ersten Wettkämpfe der Saison vorbei und ich habe vieles mitgenommen. Zum einen natürlich die Silbermedaille vom Invitation Cup in Heerenveen (NED), zum anderen aber auch ein gutes Ergebnis beim Welt Cup in Salt Lake City (USA) letzte Woche und viel sportliches Selbstbewusstsein.

 

Der Welt Cup im kanadischen Chicoutimi am vergangenen Wochenende hingegen hielt für mich keine allzugroßen Sprünge bereit. Ich startete am Freitag in den Vorrunden auf beiden 500m Distanzen. Für die Strecke am Samstag wurde ich in der ersten Runde disqualifiziert. Auf der Sonntagsstrecke konnte ich mich aber erfolgreich durchsetzen und startete gestern im Viertelfinale auf meiner Sprintstrecke. In diesem Viertelfinale hatte ich es nicht mit den absoluten 500m-Experten zu tun. Der Lauf war also machbar. Leider wurde ich dann aber "nur" Dritter und mir blieb damit das Halbfinale verwehrt. An Selbstüberschätzung litt ich zu diesem Zeitpunkt bestimmt nicht, jedoch wusste ich, dass ich vor fünf Jahren genau in diesem sonntäglichen Viertelfinale schwer gestürzt war und mir deshalb mein Kopf volles Risiko verbot. Es war mir bewusst, aber ich konnte nicht wirklich etwas daran ändern. Den Start gewann ich noch. Doch bereits nach einer Runde wurde ich vom Chinesen innen überholt. Auch schon eine weitere Runde später kam der nächste Gegner an mir vorbeigelaufen. Ich war doch überrascht, wie aggressiv und gnadenlos die anderen Läufer fremdes Zögern bestraften. Doch wahrscheinlich laufe ich sonst auch so auf dem Eis, nur dieses Mal sah ich die Situation aus einer anderen Perspektive. Ich war also mit meinem dritten Viertelfinalplatz fürs C-Finale qualifiziert.

 

In diesem startete ich von Position vier aus und konnte gleich vor der ersten Kurve eine Position gutmachen. An der Reihenfolge der Läufer änderte sich dann nichts mehr. Doch auf der Zielgeraden versuchte ich noch den vor mit laufenden Briten innen zu kassieren. Dieser verteidigte aber seine Bahn, sodass ich fast schon mit ihm kollidierte. Dabei verdrehte sich mein Körper nach innen und ich driftete weit auf den inneren Breich der Eisfläche ab. An dieser Stelle musste ich vorsichtig sein, dass ich die Ziellinie auch ordnungsgemäß überquerte. Denn wer zu weit links von der Markierung durchs Ziel läuft, wird disqualifiziert. Ich schob mein rechtes Bein so weit es ging nach rechts herüber, um die Linie zu passieren. Dann riss es meinen Körper richtig zur Seite und ich landete auf dem Hintern. Doch das war egal, ich hatte die Linie regelgerecht überquert und damit den dritten Platz im C-Finale belegt. Damit stand ich am Ende als Elfter in der Liste des 500m-Streckenklassements.

 

Mit diesem Ergebnis bin ich den Umständen entsprechend zufrieden, auch wenn mir bewusst ist, dass ich an einem anderen Ort durchaus erfolgreicher hätte abschneiden können.

 

Doch auch unsere Staffel war noch im Rennen. Da wir am Vortag nur Vierter im Halbfinale geworden sind, starteten wir gestern im B-Finale. Torsten, Becks, Paul und ich gestalteten das Rennen von vorn als führendes Team. Wir lagen gut in Führung und zogen das Tempo an. Dann überholten uns die Briten und wir versuchten, ihnen auf den Fersen zu bleiben. In der Zwischenzeit stürzten die Chinesen aus eigenem Verschulden und waren somit aus dem aktuellen Renngeschehen. Die Briten hingegen konnten ihren Vorsprung teilweise vergrößern, teilweise verloren sie ihn wieder: eine Aufholjagd. Zum Schluss allerdings hatten wir den Inseleuropäern nichts mehr entgegenzusetzen. Wir wurden Zweiter und waren damit Staffel-Sechster von Chicoutimi.

 

Alles in allem hat mir die Amerikareise viel gebracht. Ich gehe jetzt wesentlich selbstbewusster in meine Rennen. Auch weiß ich, dass ich inzwischen ein Finale im Welt Cup erreichen kann. Ich freue mich auf den nächsten Welt Cup-Block im Dezember in Asien. Bisher vorgesehen ist dabei die Teilnahme des deutschen Teams an leider nur einem der beiden Welt Cups.

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