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HomeSaison 2011/12nationale Wettkämpfekaputte Ohren für den Deutschen Meistertitel

kaputte Ohren für den Deutschen Meistertitel

Am vergangenen Wochenende erlebte die Inzeller Max Aicher Arena die Deutschen Short Track Meisterschaften. In der neugebauten Eisschnelllaufhalle befindet sich auch ein Eishockeyfeld, welches für die rasantere Eisrennsportart genutzt wurde. Auf der Großbahn außenherum liefen Eisschnellläufer ihre Trainingsrunden. Ich traf sogar alte Bekannte der Eisschnelllaufnationalmannschaft wie Stephanie Beckert, Isabell Ost, Samuel Schwarz oder Nico Ihle.

 

Am Donnerstag begann die Reise nach Inzell. Abends standen wir dann noch fast zwei Stunden zum trainieren auf dem Eis. Das Wochenende war geprägt von verschiedenen Einflüssen. Zum einen galt es, sich bei den Deutschen Meisterschaften über 1500m, 500m, 1000m und im Mehrkampf durchzusetzen, zum anderen aber stand noch viel mehr auf dem Spiel. Denn der 9 Runden Time Trial war zusammen mit den drei Einzelstrecken der „Deutschen" die Qualifikation für die Nordamerika- und Asien-Welt Cups. Des Weiteren wollte sich Mike die Gelegenheit nicht nehmen lassen, unsere tatsächliche Beanspruchung zu messen. Wir ließen am Samstagvormittag den CK-Wert im Blut (Maß für die körperliche Belastung) bestimmen und mussten dann vor jedem Rennen Blut für die Laktatwertbestimmung abgeben. Doch das war noch nicht alles. Auch nach jedem Rennen sollten wir die Ohrläppchen für die Abnahmen herhalten, und zwar nach einer Minute, nach drei Minuten und zuletzt nach fünf. Und das bei wirklich jedem Rennen, alle 30 Minuten. Ein Foto meiner zerstochenen Ohren lade ich lieber nicht hoch, das kann sich sicherlich jeder vorstellen. Dazu kam noch der Pulsgurt, welcher den ganzen Tag getragen werden musste. Eine entsprechende Software berechnet sogar die Sauerstoffaufnahme während der Belastungs- und Ruhephasen.

 

Am Samstagvormittag ging es dann endlich los. Die Deutschen Meisterschaften verliefen diesmal ein wenig anders als sonst. Wir begannen mit einem 9 Runden (1000m) Time Trial. Jeder von uns musste also allein und nur gegen die Uhr 1000m laufen. Es starteten immer zwei Sportler auf der jeweils gegenüberliegenden Geraden. Für diejenigen, die ihre Welt Cup-Qualifikationszeit (Damen 1:36,000 min und Herren 1:30,000 min) noch nicht gelaufen waren, ging es um alles. Ich war diese Zeit bereits zwei Wochen zuvor in einem offiziellen Time Trial außerhalb der Deutschen Meisterschaften gelaufen. So schonte ich mich für den Rest des Wettkampfes und ging das Rennen ganz ruhig an. Ich wurde Neunter.

 

Der Wettkampf wurde mit einer maximalen Runde fortgesetzt. Wieder jeder für sich gegen die Zeit. Die „schnelle Runde" schaffte ich in 8,44 Sekunden und gewann diese Etappe damit.

 

Doch dann gingen die eigentlichen Deutschen Meisterschaften erst los. 1500m standen an und ich wurde wegen eines Fehlers disqualifiziert. Allerdings würde ich mir selbst „natürlich" nicht die Schuld daran geben. Aber im Short-Track ist man oftmals der Sichtweise der Schiedsrichter ausgeliefert und diese entsprach nun eben nicht meiner. Also wurde ich nur enttäuschter Zwölfter auf der Ausdauerdistanz.

 

Über 500m, meiner Spezialdisziplin konnte ich den Sieg erringen. Allerdings musste ich mit leichten Kufenproblemen zurechtkommen. Nichtsdestotrotz sicherte ich mir den Deutschen Meistertitel über 500m. Doch das war nicht mein Ziel. Mein Ziel war es, mich sicher für die Welt Cups zu qualifizieren. Und genau dieses Ziel erreichte ich damit, denn Streckensieger bekamen automatisch ein Ticket.

 

Zum Schluss mussten wir noch 1000m laufen. Vom Viertelfinale übers Halbfinale schaffte ich es ohne Probleme ins Finale. Dort war klar: Paul oder ich, denn Paul hatte bereits die 1500m gewonnen und war über 500m Zweiter geworden. Wir rechneten gemeinsam aus. Wenn Paul die 1000m gewinnt (egal welchen Platz ich über 1000m belege), wird er Mehrkampfsieger sein. Wenn ich die 1000m gewinne, würde ich Mehrkampfsieger sein (allerdings nur, wenn Paul bestenfalls als Dritter ins Ziel käme). Im Rennen kam es so, wie wir es erwartet hatten. Schon auf den letzten fünf Runden erkannte man, dass es sich nur zwischen Paul und mir entscheiden würde. Zwischen der vierten und sechsten von neun Runden griff ich Paul mehrmals an, doch fand keinen Weg an ihm vorbei. Dann verließen mich die Sprinterkräfte und Paul zog davon.

 

dm2012medaillenDie Gesamtwertung und damit den triumphalen Deutschen Mehrkampf-Meistertitel sicherten sich also Paul bei den Herren und Julia bei den Damen. Ich wurde Zweiter und erhielt die Silbermedaille vor Torsten auf dem dritten Treppchen. Bei den Damen sicherte sich Christin vor Elisa den zweiten Platz. Alle Ergebnisse sind nach wie vor unter ShorttrackOnLine.info abrufbar.

 

Mir ging es am Wochenende vor allem darum, die bei Mike verbesserte Technik und Taktik umzusetzen, was mir auch gelang. Darüber bin ich sehr froh. Außerdem bin ich mit zwei Medaillen und den Tickets für die Amerika- und Asienreisen nach Hause gefahren. Am Freitag geht es dann schon wieder zur nächsten Station. Im holländischen Heerenveen steht der Invitation Cup an, die letzte Station vor dem ersten Welt Cup in Salt Lake City (USA).

Kommentare  

 
#2 Elisa 27.09.2011 um 23:20
schickes Foto! Und herzlichen Glückwunsch nochmal :)
 
 
#1 DVVS 27.09.2011 um 14:17
Ein stressiges WE mit vielen guten Ergebnissen und einem TOP Trainer im Hintergrund - vor allem aber die Tickets zu den Welt-Cups. Gratulation - auch an Paul - da kann man sich gegenseitig schön mitziehen.
 

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