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HomeSaison 2011/12EM 2012EM 2012: 500m Holzmedaille + Staffel-Bronze

EM 2012: 500m Holzmedaille + Staffel-Bronze

Den zweiten und dritten Tag der Europameisterschaften 2012 in Mlada Boleslav konnte ich als erfolgreich verbuchen. Auch wenn ich am Ende nicht ganz das erreicht habe, was ich mir vorgenommen hatte.

 

Nach den samst√§glichen Preliminaries und Heats √ľber 500m folgte das Viertelfinale und Halbfinale. Diese vier Rennen beendete ich als Sieger, teilweise mit der schnellsten Zeit. Ich hatte ein gutes Gef√ľhl, nur meine Beine wurden immer schw√§cher. Aber das ging meinen Gegner bestimmt auch so.

 

Schlie√ülich stand ich im Finale, hier auf Position zwei. Den Start konnte ich noch gewinnen. Dann ging das Gerangel los. Ich habe selten so ein spannendes 500m-Rennen miterlebt. Schon auf der Gegengeraden geschah das erste √úberholman√∂ver. Dann schon das n√§chste. Schlie√ülich war ich eine halbe Runde vor Schluss zweiter und die Reihenfolge f√ľrs Ziel stand schon so gut wie fest. Doch weit gefehlt. In der letzte Kurve st√ľrzte ich (schon wieder, wie bei den Welt Cups in Salt Lake City (USA) und Nagoya (JPN)), weil mein K√∂rper scheinbar in R√ľcklage kam und es meine H√ľfte nach au√üen verdrehte. Meine Kufen stellten sich quer und brachten mich zu Fall. Ein Foto, das w√§hrend des Sturzes aufgenommen wurde, k√∂nnt ihr bei Yahoo beSTAUNEN!. Dabei erwischte ich noch den hinter mir laufenden Briten, der dadurch auch zu Fall kam. Der Inseleurop√§er rutschte allerdings, im Gegensatz zu mir, noch √ľber die Ziellinie. Ich erwischte die Bande weit vor der Ziellinie und sah die anderen drei von Weitem die Linie √ľberqueren.

 

Ich blieb erstmal auf dem Eis liegen und konnte es nicht fassen. Schon wieder war ich im Finale gest√ľrzt und Vierter geworden. Nach wenigen Sekunden stand ich auf und glitt durchs Ziel. Wieder musste ich direkt vor der Siegerehrung das Eis verlassen und zusehen, wie meinen Gegnern die Medaillen √ľberreicht wurden. Kein sch√∂nes Ende dieses Finals. Aber ich bin trotzdem ein bisschen stolz, das Finale erreicht zu haben. Auch wenn dabei wieder kein Edelmetall f√ľr mich herausgesprungen ist.

 

 

Danach durfte ich noch in der Staffel ran. Das Rennen gegen Russland und Polen war z√ľgig. Lange f√ľhrten wir die Teams an. Dann √ľberholte uns Russland und kurz vor Schluss sogar die Polen. In den letzten zwei Runden schafften wir es dann aber noch, uns gegen Polen durchzusetzen und kamen als zweiter ins Ziel. Wir waren f√ľrs Finale am Sonntag qualifiziert.

 

Mit den 1000m am Sonntag war ich zufrieden. Ich bin √ľber die Vorrunde hinausgekommen und wollte im Viertelfinale alles geben. Es war ein schwerer Lauf f√ľr mich als Sprinter. Ich bekam es mit starken Gegnern zu tun. Verstecken wollte ich mich allerdings nicht. Das Viertelfinale gestaltete ich aktiv mit. Ich f√ľhrte ein paar Runden, mischte vorn mit und k√§mpfe um jede Position. Auf den letzten zwei Runden fehlten mir dann aber die Kr√§fte, um mich als mindestens Zweiter ins Ziel zu bringen. Ich wurde Vierter und war ausgeschieden. Dennoch war ich mit dem Ergebnis zufrieden, gerade weil ich mich nicht von Beginn an aufgegeben hatte. In der 1000m-Streckenwertung stand vor meinem Namen schlie√ülich ein 16. Platz.

 

Im Gesamtklassement rutschte ich mit meinen 8 Finalpunkten vom Vortag nach dem 1000-Finale vom 7. auf den 10. Platz ab. Die besten acht Finalpunktler mussten nach den Einzelstreckenfinals noch √ľber 3000m im SuperFinale an den Start. An diesem gro√üen Finale wollte ich nat√ľrlich auch teilnehmen. Doch die Punktetabelle nach drei Strecken lie√ü dies nicht mehr zu. H√§tte ich am Samstag √ľber 500m einen Medaillenplatz errungen, w√§re sicherlich das gro√üe Finale drin gewesen. Aber so war ich gezwungen zuzusehen.

 

Das wirklich Traurige an der Sache war aber, dass die besten acht Sportler bei der EM f√ľr ihr Land einen dritten Startplatz f√ľr die kommenden Europameisterschaften erhalten. Da wir dieses Jahr nur zwei Pl√§tze hatten (auch keine TOP-8-Platzierung 2011!), h√§tte ich gern einen dritten f√ľr die n√§chsten Meisterschaften in Malm√∂ (SWE) herauslaufen wollen. Das war aber mit meinem 10. Platz (und Pauls 9. Platz) nicht m√∂glich. Knapp vorbei ist eben auch daneben.

 

Wieder im letzten Lauf des gesamten Wettkampfes bat die ISU die Herrenstaffeln aufs Eis, welche sich am Samstag f√ľrs Finale qualifiziert hatten. Dazu geh√∂rten auch wir Deutschen. Wir wollten das Rennen z√ľgig beginnen und die Geschwindigkeit hoch halten. Das gelang uns sehr gut. Ein mehrmaliges, gegenseitiges √úberholen mit den gegnerischen Teams machte das Rennen zum Ende hin spannend. Niemand wollte den Anderen etwas schenken. So hatten auch die Briten nicht vor, Geschenke zu verteilen. Beim √úberholman√∂ver der Briten gegen uns brachten sie uns zu Fall. Genau drei Runden vor Schluss. Diesen R√ľckstand konnten wir nicht mehr aufholen und kamen erst als abgeschlagener Vierter ins Ziel. Die Schiedsrichter allerdings hatten das unsaubere Man√∂ver auf ihren Dokumenten festgehalten und entschieden genau richtig: Disqualifikation f√ľr Gro√übritannien. Also standen wir am Ende des Tages doch noch auf dem Treppchen, wenn auch auf der untersten Stufe. Wahrscheinlich w√§re sogar noch eine Stufe weiter oben Platz f√ľr uns gewesen. Doch in einem Finale gibt es keine Advancements in die n√§chste Runde. Und selbst in den letzten drei Runden kann eben noch viel passieren, so ist das im Short-Track!

 

Die Ergebnisse im √úberblick: Die Herrenstaffel holte Bronze, die Staffel der Damen belegte den 4. Platz, Paul wurde 9., ich 10., Bianca 11. und Christin 13., alles in allem aus meiner Sicht gute Ergebnisse. Die kompletten Ergebnistabellen findet ihr wieder beim ISU-Ergebnisdienst.

 

Ich m√∂chte mich hier nochmals pers√∂nlich beim Fernsehsender ARD bedanken. ARD hat an allen drei Wettkampftagen aufgezeichnet und mehrere exzellente Filme geschnitten. Sogar wurde unsere Sportart LIVE im Fernsehen √ľbertragen. Diese Aufzeichnungen k√∂nnt ihr (wahrscheinlich nur noch kurze Zeit) √ľber die ARD-Mediathek abrufen.

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