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HomeSaison 2010/11sonstiges2 Wochen Grundausbildung

2 Wochen Grundausbildung

Da ihr ja nun schon wieder eine Weile nichts mehr von mir gehört habt, berichte ich euch, was ich so treibe.

 

Wie sicherlich schon viele von euch wissen, absolviere ich meine Grundausbildung bei der Bundeswehr. Zwei der acht Wochen sind schon vorbei und ich hatte bisher an beiden Wochenenden das GlĂŒck, nach Hause fahren zu dĂŒrfen. Hoffentlich bleibt das bis zum Ende so! Aber was mache ich dort im bayerischen Dillingen eigentlich? Die Grundausbildung der Bundeswehr dient der Vorbereitung der Soldaten auf einen Einsatz im Gefecht. Das bedeutet, dass wir unter Anderem lernen, wie man Waffen bedient, beispielsweise das Gewehr G36 oder die Pistole P8. Wir lernen die Regeln des hierarchischen Systems der Bundeswehr, die Dienstgrade und Befehle.

 

Außerdem wohnen wir zusammen mit unseren Kameraden auf Stuben; „Wohnen in der Gemeinschaft". Ich bin auf einer Sechs-Mann-Stube, welche tĂ€glich von uns gereinigt wird und ordentlich sein muss. Die Pflicht zur Ordnung bringt uns zu perfekt eingerĂ€umten Spinten oder zur Reinigung eines Revieres. Jede Stube bekommt ein Revier zugeordnet, unseres ist der Keller. Dieser muss tĂ€glich gekehrt werden. Zu Disziplin und Gehorsam, vielleicht die zwei wichtigsten Bundeswehrgebote, gehören auch das Marschieren und AusfĂŒhren von Befehlen. So ĂŒben wir mehrmals in der Woche das Marschieren im Zug von ca. 30 Soldaten. Mit dem Befehl „Im Gleichschritt, Marsch!" setzt sich der Zug in Bewegung, der Befehl „Links schwenkt, Marsch!" lĂ€sst unseren IV. Zug links abbiegen. Auf „Abteilung, Halt!" folgt der Stillstand nach zwei Schritten. Bis der ganze Zug diese Kommandos problemlos absolvieren kann, vergehen schon mal ein oder zwei Stunden.

 

SportfördergruppeUnser Tagesablauf ist auch anders, als ich ihn gewohnt bin. Standard ist, 5.00 Uhr geweckt zu werden. Auf den Ruf: „IV. Zug, Aufstehen!" haben wir zehn Minuten Zeit, aus dem Betten zu fallen, uns in den blauen Sportanzug zu werfen, das Bett zu machen (nach Vorgabe) und wer wirklich schnell ist, schafft noch den Gang zur Toilette. Ich bin da eher der langsamere Typ. Dann wird angetreten. Weitere 35 Minuten haben wir Zeit, unsere Betten zu perfektionieren, uns zu waschen, in den Feldanzug zu schlĂŒpfen und dem Haar- und Barterlass nachzukommen. Das bedeutet tĂ€gliches Rasieren, auch wenn keine Stoppeln im Gesicht zu sehen sind. Wieder Antreten mit der Essenkarte. Die Ausbilder fĂŒhren noch eine Anzug- und Rasurkontrolle bei ihren Soldaten durch. Wird etwas moniert, wartet der gesamte Zug aufs „Abstellen!". Anschließend wird zur TruppenkĂŒche marschiert, meist im Gleichschritt. Zwischen sieben und elf Uhr finden Ausbildungsinhalte statt. Manchmal Unterricht (Theorie im Leerraum), manchmal Formalunterricht (Marschieren). 11.00 Uhr gehen wir Mittagessen, danach folgen weitere Ausbildungsinhalte. Letzte Woche begann der Waffenunterricht und wie ich finde, war dieser sehr interessant. Kommende Woche werden wir sicherlich mit dem Gewehr marschieren gehen, was dementsprechend anstrengend sein wird. Um ca. 16.30 Uhr gibt's Abendessen. Bisher hatten wir immer ausreichend Zeit zum Essen. Ich hoffe auch, dass das so bleibt. Aber das hĂ€ngt bestimmt vom Benehmen unseres Zuges ab. Wieder folgen Ausbildungsinhalte bis 21.30 Uhr. Dann wird „Stuben- und Revierreinigen" befohlen. Wie gesagt, mĂŒssen Stube und Keller blitzeblank sein. Zirka 22.30 Uhr geht's zur Körperpflege und 23.00 Uhr gilt strenger Zapfenstreich. Nach höchstens sechs Stunden Schlaf werden wir vom Ausbilder mit den Worten „IV. Zug, Aufstehen!" geweckt.

 

Seit dem 1. April bin ich Obergefreiter, dafĂŒr stehen auch die zwei schrĂ€gen Striche auf meiner Schulterklappe. Wem es noch nicht aufgefallen ist: Mein aktueller Dienstgrad befindet sich derzeit oben in der Grafik auf der rechten Seite meiner Webseite.

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