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HomeSaison 2009/10WM 2010Scharf geschossen in Bulgarien

Scharf geschossen in Bulgarien

Gestern waren wir Schie√üen. Da Miro sowieso geb√ľrtiger Bulgare ist und sich in Sofia ganz gut auskennt, hat er f√ľr unser Team einen Nachmittag auf dem Schie√üstand organisiert. Viele von uns hatten schon richtige Waffen in der Hand, zumindest alle Polizisten und ausgebildete Soldaten. Ich geh√∂rte zu den Wenigen, die noch nie Schusswaffen bedient hatten.

 

In Bulgarien scheint es aber keine oder nur sehr lockere Regelungen im Waffenrecht zu geben. Wir nahmen also drei Taxen und fuhren ein paar Kilometer zum Schie√üstand. Nach der ersten T√ľr traten wir in eine Bar. Etwas dunkel und d√ľster aber nicht unheimlich. Doch dann kamen uns ein paar unheimliche Gestalten entgegen. Sie traten aus einem Hintert√ľrchen hervor. Alle hatten einen kleinen Beutel in der Hand, trugen schwarze Lederjacken und besuchten scheinbar √∂fter als wir den Kraftraum. Schnell war allen klar: Die Jungs brachten ihre eigenen Waffen mit.

 

Nachdem Miro noch schnell alles abkl√§rte, waren wir dran. Wir wurden durch die Hintert√ľr gef√ľhrt. Es erwartete uns ein kleiner kr√§ftiger Mann in einem kleinen ‚Äěkr√§ftigen" Zimmer. Dort gab es einen Tresen mit Waffen unter der Glasplatte. Es waren Pistolen und f√ľr mich etwas ganz neues. Er √∂ffnete das Schubfach und wir suchten uns vier Pistolen heraus, unter Anderem eine Walther P1 und einen Revolver mit sechs Kammern. Das war uns aber nicht genug. Wir wollten noch eine gro√üe Wumme haben. Miro √ľbersetzte und der Herr holte eine Schrotflinte aus dem Schrank. Alle staunten nicht schlecht. Auch diese Waffe nahmen wir mit. Dann brauchten wir noch Munition. Wir bekamen, ich glaube, vier mit Patronen gef√ľllte Schachteln. Vor dem Zimmer nahm sich jeder noch einen Geh√∂rschutz und dann ging's ab zum Schie√üstand.

 

Zwei T√ľren weiter wies der Herr uns alle kurz ein und Miro √ľbersetzte f√ľr uns. Wir h√§ngten noch die Papierzielscheiben auf und konnten dann endlich ballern. Alle waren gespannt auf den ersten Schuss und die Reaktion des Sch√ľtzen, ich glaube es war Miro, der vorlegte. Es knallte sehr laut. Einfach beeindruckend. Nach und nach war jeder einmal am ‚ÄěTrigger". Da wir drei Bahnen zur Verf√ľgung hatten, konnten wir fast alle vier Pistolen gleichzeitig bedienen. Erst noch schnell das Magazin mit sechs Patronen gef√ľllt, dann war ich dran. Die Pistole lag gut in der Hand. Mit Spannung erwartete ich meinen ersten Schuss aus einer Waffe am Abzug. Es knallte wieder einmal laut, ein wenig zuckte ich sogar zusammen, aber mit vorbereitetem und angespanntem K√∂rper war es nur halb so schlimm. Die Waffe schlug zur√ľck, blieb aber kontrollierbar. Die leere Patrone kam rechts nach oben herausgeflogen. Es war ein neues und interessantes Gef√ľhl.

 

Noch einmal spannend wurde es, als die Schrotflinte in den Anschlag kam. Diesmal war Tyson der erste Sch√ľtze. Er dr√ľckte ab und war noch viel mehr beeindruckt, als schon kurz vorher bei den Pistolen. Wir h√∂rten ein dumpfes ‚ÄěWow" und alle waren aus dem H√§uschen. Auch ich war sp√§ter noch mit der Pumpgun dran. Auch meinen K√∂rper schlug es ein paar Zentimeter zur√ľck, trotzdessen ich mich stark gegen die Waffe dr√ľckte. Schon wieder ein Gef√ľhl, dass man nicht alle Tage hat. Der Revolver beeindruckte mich aber immer noch am meisten. Ich zielte auf den Mittelpunkt der Scheibe und dr√ľckte ganz langsam ab. Das war definitiv die lauteste Waffe. Es war auch die einzige, die einen grellen Blitz verursachte. Sehr erstaunlich.

 

Nachdem jeder von uns einiges an Munition verballert hatte, verlie√üen wir den Schie√üstand. Wir gaben die Ohrensch√ľtzer und die Waffen wieder ab und bezahlten die Munition. Ich bin sehr froh, dass nichts passiert ist, denn ich stellte sehr schnell fest, dass man mit einer Waffe in der Hand auch eine sehr hohe Verantwortung tr√§gt. Alle von uns sind mit den Pistolen und der Schrotflinte aber sehr vorsichtig umgegangen und haben peinlich genau darauf geachtet, dass nichts schief gehen kann.

 

Aus meiner Sicht war es eine sehr interessante Erfahrung. Jedoch finde ich den Umgang mit echten Waffen hier in Bulgarien fahrlässig. Viel zu leicht könnte jemand die Waffen missbrauchen und großen Schaden anrichten. Wie meine Kameraden mir erzählten, wäre das in Deutschland niemals möglich, und schon gar nicht bei der Bundeswehr.

 

Aber schon bald, n√§mlich ab 6. April, werde ich zur achtw√∂chigen Grundausbildung nach Dillingen fahren und dort u. A. Schie√ü√ľbungen absolvieren m√ľssen. Nur werde ich auf keinen Fall Munition nach Belieben verballern d√ľrfen, schlie√ülich ist auch alles eine Frage der Sicherheit!

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