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Olympia-Einkleidung

Trainingslager Oberstdorf

Seit Samstag letzter Woche ist unsere Nationalmannschaft in Oberstdorf im Trainingslager. Eric begrĂŒndete diesen einwöchigen Ausflug in unsere fast schon zweite Heimat mit einem Tapetenwechsel, da wir schon fast die ganze Saison nur in Dresden trainierten und er uns das GefĂŒhl geben wollte, als wĂŒrden wir zu den Europameisterschaften anreisen. Das kurze aber sehr intensive Camp soll nun die direkte Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Vancouver und die EM in Dresden sein.

Bisher erlebten wir wieder einige neue Dinge. Im letzten Winter waren alle gemeinsam auf dem Fellhorn rodeln. Diese amĂŒsante Rutschpartie ist eigentlich auch auf unserer diesjĂ€hrigen To-Do-Liste gespeichert, jedoch standen diesmal noch etwas andere „Termine“ an.

 

Einkleidung

Vorgestern, also am Mittwoch, hatten wir vormittags ganz normal Eistraining. Aber der Nachmittag glich eher einem „Heilig Abend“, wie Sebastian mehrmals vorher betonte. Wir wussten nicht wirklich, was auf uns zukam. Vor einigen Wochen waren wir alle schon beim Sportartikelhersteller Bogner in MĂŒnchen zur Anprobe eingeladen. Anprobe fĂŒr die Olympia-Einkleidung. Die EindrĂŒcke von damals hatte sicher auch vorgestern noch jeder von den Sechs im Short-Track Nominierten im Hinterkopf. Doch die FĂŒlle an Sportartikeln und Kleidung, die diesmal auf uns wartete, ĂŒberraschte doch erheblich, sogar auch „die Alten“. Aika, Sebastian und Tyson waren die Sportler, welche den Ablauf der Einkleidung schon von Turin 2006 kannten. FĂŒr Paul, Beck’s (Robert Becker) und mich war es wirklich wie Weihnachten. Das erste Weihnachten. Auch unsere Betreuer wurden eingekleidet. Somit bestand das einzukleidende Short-Track-Team aus den sechs Sportlern sowie Eric (Coach), Uwe (Physio), Dr. Bottesi (Arzt) und Matthias Kulik, unserem Team-Leader.

 

AdidasBognerUnser Ausflug begann also kurz nach Trainingsschluss gegen 12.00 Uhr. Ziel war die Kaserne der Bundeswehr in Erding bei MĂŒnchen. Die 220 km schafften wir in nervigen 2,5 Stunden. Innerhalb des BundeswehrgelĂ€ndes öffneten wir dann zum ersten Mal die kleine grĂŒne EingangstĂŒr. Schnell erkannten wir, dass es sich um eine Turnhalle handelte. Am Eingang wurden wir freundlich begrĂŒĂŸt und kurz darauf erhielten wir wasserfeste Stifte in die Hand gedrĂŒckt mit den Worten: „Unterschreibt mal dort!“ Wieder wussten wir nicht, was auf uns zukam. „Dort“ lagen nĂ€mlich 170 DOSB-Grußkarten, sowie weitere Plakate, ein Vancouver-Maskottchen-Schild und die Kanzel eines BW-Tornados. Das Unterschreiben dauerte nur ca. 45 Minuten bis wir endlich an die Berge von Sachen durften. Bundeswehrgerecht war alles aufgerĂ€umt, zusammengelegt und sortiert. Wir begannen unseren Einkaufswagen zu fĂŒllen. Es ging los mit zwei Reisetaschen und einem Rucksack. Danach kamen die Schuhe dran: ein Paar Turnschuhe, Überschuhe fĂŒr den Einsatz im Schnee und ein Paar Winterstiefel. Die gesamte Kleidung wurde von Adidas hergestellt. An den folgenden Stationen wurden dann Jacken, Hosen, T-Shirts, Pullover und weitere Jacken, Hosen, T-Shirts und Pullover anprobiert und in den Einkaufswagen gelegt. Der Wagen war nun schon fast voll, dachten sicher einige. Aber dann wanderte der Blick kurz nach rechts zu den Stationen von Bogner und allen war klar: „Also das wird eng!“ Ok, weiter im GeschĂ€ft. Zwischen Adidas und Bogner lag noch die Schuhstation von Sioux. Dort erhielten wir ein Paar gute Lederschuhe, ein Paar Halbschuhe und ein Lederpflegeset. Dann war Bogner an der Reihe. Der Wagen fĂŒllte sich weiter mit Hemden, einem Anzug fĂŒr offizielle AnlĂ€sse, Winterhosen, Jacken, Westen, MĂŒtzen und GĂŒrtel. Nachdem der Wagen nun schon ĂŒberzuquellen drohte, kamen wir zur letzten Station. Dort wurden Kompressionssocken von Bauerfeind angepasst und verteilt. Außerdem erhielt jeder ein Paar „Berkiletten“ (Badelatschen von Berkemann) und ein Sebamed-Set. Der DOSB verteilte dann noch HandbĂŒcher und Unterlagen fĂŒr Vancouver.

 

Nach der letzen Station suchten wir alle die Kasse, aber Gottseidank gab es keine, denn wie uns mitgeteilt wurde, liegt der Wert aller erhaltenen Sachen bei mehreren Tausend Euro. Nach 3 Stunden waren alle fertig mit „Sachenpacken“ und wir machten uns auf den Weg nach MĂŒnchen. Dort lud uns die DESG zum Essen ein. Anschließend gab es noch ein kurzes Meeting mit Informationen rund um die Olympischen Spiele und zur Motivation fĂŒr Vancouver. Halb 12 abends waren wir wieder zurĂŒck im Internat.

 

Dinner

Gesternabend lud uns die Familie Redlich ein. Der Koch und seine Frau betreiben gemeinsam das Restaurant Berggasthof Oytalhaus mit kleiner Pension im Oytal in der NĂ€he von Oberstdorf. Serviert wurde uns ein 4-GĂ€nge-MenĂŒ aus einer Fischkreation, einer bayerischen Suppe, Spanferkel an KlĂ¶ĂŸen und Apfelrotkraut sowie einem Eis-Eierkuchen-Dessert. Auf den ersten Blick sah es zugegebenerweise nach winzigen Gourmetportionen aus. Zum Wohle unserer leeren TrainingsmĂ€gen stellten wir aber schnell fest, dass der Schein trog. Die Portionen waren auf alle FĂ€lle „sportlergerecht und bei Bedarf wurde sogar angeboten nachzureichen, was ich persönlich natĂŒrlich nicht ausschlagen konnte! Jockel, der Oberstdorfer Trainer, zeigte noch eigene Bilder der JWM aus Taipei von vor nicht einmal einer Woche.

Auch ein wissenschaftlicher Aspekt fĂŒllte den Rest des Abendprogramms. Die Firma tremo-tec GmbH fĂŒhrte uns ihr eigens entwickeltes Muskel- und BĂ€nderstimulationsgerĂ€t vor. Einige von uns probierten es sofort aus, um die Wirkungsweise am eigenen Körper spĂŒren zu können. Wie ich spĂ€ter erfuhr, nutzt die DESG bereits schon jetzt die GerĂ€te des oberstdorfer Herstellers im Eisschnelllauf. Auch fĂŒr Short-Track soll ein Sponsoringvertrag ausgearbeitet werden. Dazu aber in Zukunft bestimmt mehr, falls es zum Abschluss eines solchen kommen sollte. Nachdem an diesem Abend viel gelacht und köstlich gespeist wurde, verabschiedeten wir uns und waren 23.30 Uhr wieder im Internat, unserer Bleibe. Vielen Dank an die Familie Redlich, welche uns mit Speisen vom allerfeinsten versorgte!

Das Trainingslager wird nur noch bis Sonntagmorgen dauern. Nicht mal mehr eine Woche spĂ€ter starten in Dresden die Europameisterschaften. Schon am 04. Februar hebt unser Flugzeug nach Vancouver ab, wo die Spiele am 12. Februar beginnen werden. Weitere Bilder vom Trainingslager stellte uns Frau Schwendinger in ihrer Galerie zur VerfĂŒgung, vielen Dank! Auch Paul, vielen Dank fĂŒr deine Fotos!

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