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HomeSaison 2009/10Vancouver 20106 mal Vancouver, bitte!

6 mal Vancouver, bitte!

Auch der letzte Tag der olympischen Qualifikationen endete erfolgreich fĂŒr mich. Unsere deutsche Herrenstaffel schaffte den Einzug ins A-Finale und sicherte sich damit die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Vancouver.
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Halb-Finale
Im Staffel-Halbfinale teilte ich mir die 5000m mit Tyson, Paul und Sebastian. Es war ein spannender Lauf gegen Kanada, Holland und Großbritannien. Bis ca. 10 Runden vor Schluss waren alle 4 Teams in etwa gleich auf. Dann schafften es die Kanadier, die Geschwindigkeit zu erhöhen. Großbritannien konnte die Geschwindigkeit nicht mehr halten und folgte nun mit etwas grĂ¶ĂŸerem Abstand. Holland war es möglich, relativ gut mit den Kanadiern mitzulaufen, musste dann jedoch auch mit erheblichem RĂŒckstand zurechtkommen. Da wir inzwischen erst noch die Briten ĂŒberholen mussten, um an Holland heranzukommen, kostete uns das viel Kraft. Um zu den HollĂ€ndern aufzuschließen, mussten wir alles geben. Dadurch begann unsere Aufholjagd auf die KlompentrĂ€ger. In meinem siebten und letzten Wechsel habe ich noch einmal alles gegeben, denn ich wusste, wenn wir das Finale erreichen, kann uns niemand mehr unsere Olympiaqualifikation nehmen. Ich nahm soviel Geschwindigkeit von Sebastians letztem Schub mit und trat noch mal richtig an. Das erinnerte mich an mein 500m-B-Finale. Ich beendete meine letzte Kurve mit einer gefĂŒhlten Rundenzeit von 8,5 Sekunden und schob Tyson nochmal mit allen KrĂ€ften an. Da wir alle auf unseren letzten Runden noch mal ordentlich Druck gemacht hatten, konnte Paul wieder direkt an die HollĂ€nder heranlaufen und war auf der Ziellinie so gut wie gleich auf. Es fehlten uns lediglich einige Zentimeter fĂŒr den zweiten Platz. Da das hollĂ€ndische Team jedoch aufgrund von „Cross Track“ (on the finish line) disqualifiziert wurde, war der Weg frei fĂŒrs A-Finale. Zur ErklĂ€rung: Den hollĂ€ndischen SchlusslĂ€ufer trieb es am Kurvenausgang vor dem Ziel so weit hinaus, dass es Paul (unserem SchlusslĂ€ufer) möglich war, innen am Gegner vorbeizurutschen und seine Kufe auf der Ziellinie vorzuschieben. Das bemerkte der HollĂ€nder jedoch rechtzeitig und versuchte, Paul den Weg abzuschneiden, indem er mutwillig die Bahn unseres SchlusslĂ€ufers kreuzte. Dabei behinderte der HollĂ€nder Paul jedoch am Zieleinlauf als Zweiter. Das bedeutete, dass wir nicht Dritter, sondern Zweiter im Halbfinale waren und uns fĂŒrs A-Finale qualifizierten. Damit war das Ticket fĂŒr die Staffel in Vancouver sicher und Holland ausgeschieden!
A-Finale
Das A-Finale sollte nun noch einmal den LĂ€ufern zugute kommen, welche im Laufe der aktuellen Saison nicht oder nur selten eingesetzt wurden. Das betraf vor allem Torsten Kröger. Er hat uns auf dem Weg zum Ticket fĂŒr Vancouver tĂ€glich begleitet, jede Trainingseinheit mit all seinen zur VerfĂŒgung stehenden KrĂ€ften absolviert, obwohl ihm stets bewusst war, dass er wahrscheinlich als sechster Mann im Team fĂŒr Vancouver nicht eingeladen werden kann. Also sollte neben Tyson, Paul und Sebastian nun Torsten an den Start gehen. Aus meiner Sicht eine faire Entscheidung!
Das Staffel-A-Finale mit deutscher Beteiligung verlief zu anfangs relativ ruhig. Ich setzte mich mit Beck’s zum Zuschauen auf die TribĂŒne, in die erste Reihe versteht sich. Nach einer Weile hatten die US-Amerikaner die FĂŒhrung fĂŒr sich behauptet. Dies hielt bis ungefĂ€hr 10 Runden vor Schluss an. Die Kanadier lösten die US-Amerikaner ab und liefen einen Vorsprung heraus. Die Koreaner hingegen mussten das Rennen zu dritt beenden, da sich einer der vier auf dem Eis befindlichen „Blauen“ nicht mehr einwechseln ließ. Das schwĂ€chte sie stark und brachte dem deutschen Quartett einen kleinen Vorteil. Unsere vier Jungs konnten den RĂŒckstand zu den Koreanern bis eine Runde vor Schluss soweit verkleinern, dass sie nur noch wenige Zentimeter Abstand hatten. Tyson, der SchlusslĂ€ufer, versuchte alles, um den Koreaner noch zu ĂŒberholen, brach dann jedoch im inzwischen stark von Spurrillen durchzogenen Eis weg, sodass sie als viertes die Ziellinie passierten. Der vierte Platz bedeutete nun nochmals 512 Punkte in der Olympiaqualifikationswertung und einen sicheren 5. Platz zwischen China und Großbritannien. Torsten, klasse gemacht und einen riesigen Beitrag geleistet am vierten Platz der deutschen Mannschaft beim Welt Cup in Marquette (USA).
Das Damen-Staffel-Halbfinale
Das Staffel-Halbfinale der Damen verlief hingegen traurig fĂŒr Deutschland. Gleich zu Beginn versuchten die Koreaner die Geschwindigkeit zu erhöhen. Die deutschen Damen konnten aber dem Pulk aus Koreanerinnen, Japanerinnen und HollĂ€nderinnen nicht auf Schritt und Tritt folgen und mussten vorerst mit vielen Metern Abstand zurecht kommen. Diesen Abstand konnten die deutschen Damen zwar verkleinern, es war ihnen aber nicht möglich, aufzuschließen. Beim Überqueren der Ziellinie als viertes Team war allen klar: Die deutsche Staffel wird nicht bei den Olympischen Spielen in Vancouver dabei sein, denn der Einzug ins A-Finale war die Bedingung fĂŒr die Chance auf ein Ticket fĂŒr die deutsche Damenstaffel. Somit konnte sich nur Aika Klein ĂŒber 500m als Vertreterin der deutschen Damen fĂŒr Vancouver 2010 nach den Kriterien des DOSB qualifizieren.
Schade MĂ€dels, ich habe mir sehr gewĂŒnscht, mit allen von euch die Reise nach Vancouver anzutreten!! Im Januar 2010 wird die EM in Dresden ausgetragen, dort mĂŒsst ihr einfach allen (vor allem den Deutschen) zeigen, welches Potenzial in euch steckt und die Halle rocken!! Das Publikum wird auf jeden Fall eure Leistungen zu honorieren wissen!
In Nordamerika gab es viele glĂŒckliche, aber auch traurige deutsche Gesichter. Es flossen TrĂ€nen, es wurde aber auch viel gelacht. Eine spannende und von verschiedensten Emotionen geprĂ€gte Nordamerikareise geht nun zuende und wir alle hoffen, dass Vancouver 2010 ein Erlebnis fĂŒr den deutschen Short-Track wird. Jeder hat seinen Beitrag dazu geleistet und kann (aus meiner Sicht) bekennend stolz darauf sein! Neben Aika, Tyson, Paul und mir haben nun auch noch zwei weitere deutsche Herren die Chance auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen, denn höchstens fĂŒnf Herren dĂŒrfen Aika als deutsche Staffel begleiten.

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