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HomeSaison 2009/10Vancouver 20105 Scheiben, 4 Ringe und ein Bob

5 Scheiben, 4 Ringe und ein Bob

Da wir Hunger hatten und sowieso beabsichtigten, irgendwann mal das Deutsche Haus in Vancouver zu besuchen, beschlossen wir, uns dort hin zu begeben. F√ľr uns, die vorher schon am Cypress Mountain beim Snowboard zuschauen waren, war der Besuch im Deutschen Haus ein sch√∂ner Abendausklang.

 

Alles begann mit dem Shuttle. Das war kein herk√∂mmlicher Bus, sondern ein Audi A6. Auf dem R√ľckweg sogar ein A6 Avant. Davon hatte ich schon ein paar Mal welche in Vancouver herumfahren sehen, konnte sie aber nicht so recht einordnen. Audi ist neuer Partner des DOSB und stellt bei den Winterspielen ihre Fahrzeuge als Shuttle-Service zur Verf√ľgung. Das 200-PS-Geschoss brachte uns in ‚Äěnotime" zum Deutschen Haus, wo wir freundlich empfangen wurden. Zuerst wurden uns Akkreditierungen f√ľrs Haus der Deutschen ausgestellt, dann konnten wir passieren. Eine Eintrittskarte f√ľr einen Tag in den ‚Äědeutschen Etagen" der Simon Fraser University kostet den Besucher ca. 400 Euro, also nicht gerade ein Schn√§ppchen. Sofort begr√ľ√üte uns eine ehemalige Abitur-Mitsch√ľlerin von Paul, welche sich f√ľr uns zust√§ndig f√ľhlte und uns gleich alles zeigte.

 

 

Schnell die Sachen an der Garderobe abgegeben, sa√üen wir auch schon im Bob. Im Bob? Ja, im Foto-Bob! Ach, hatten wir Spa√ü, auch wenn uns der letzte Anschieber fehlte und wir nicht vom Fleck kamen. Neben Paul waren noch Tyson und Uwe mit dabei. Becks kam sp√§ter noch nach. Nach dem Spa√ü-Foto-Shooting wurde uns die Athleten-Lounge gezeigt, in welcher sich die Sportler aufhalten k√∂nnen, um ungest√∂rt vor den Medien und anderen Offiziellen zu sein. Dort besteht auch ein Zugang zum Internet und Flat-TVs schm√ľcken die W√§nde, um auf dem neusten Stand der Spiele zu bleiben. Das Geschehen hinter weiteren danebenliegenden T√ľren blieb uns verborgen. Zur√ľck am Eingangsbereich entdeckten wir einen Schie√üstand. Doch erst musste auf der sp√§ter zu versteigernden Bogner-Jacke des DOSB-Pr√§sidenten Dr. Thomas Bach und einer gro√üen Leinwand unterschrieben werden.

 

 

Am Schie√üstand versuchten wir unser Gl√ľck gleich mehrmals, nicht nur weil uns zwei junge Damen anl√§chelten, sondern weil mit jedem Treffer am Schie√üstand 2,50 EUR von Payback an die Deutsche Sporthilfe gehen. Leider schaffte es von uns Short-Trackern keiner, alle 5 B√§lle im Ziel zu platzieren. Eigentlich zu gr√∂√üerer Leistung bereit, gingen wir trotzdem erst mal weiter uns lie√üen uns noch den Rest des Geb√§udes zeigen. Zur Rechten befand sich der eigentliche Raum des Deutschen Hauses. Dort gab es eine Bar, Tische, Leinw√§nde, Monitore und jede Menge mir bekannte und unbekannte Leute. Zu unserer Rechten entdeckten wir den Buffet-Raum. Das war unsere n√§chste Station in den G√§ngen des Deutschen Hauses. Gem√ľtlich setzten wir uns in den gro√üen Saal und stillten endlich unseren Hunger. Nebenbei lief das Eishockeyspiel der Russen gegen die Slowaken auf der gro√üen Leinwand. Am Tisch neben uns sa√ü eine Gruppe von Kanadiern in einheitlichen blauen Pullovern und fieberte mit jeder Chance der Mannschaften lautstark mit.

 

 

Nach dem Essen lief ich noch weiter in die Katakomben der Etage hinein. An der ersten T√ľr traf ich Uwe, der sich gleich vom Zahnarzt behandeln lie√ü. An der zweiten T√ľr sah ich das Schild von Bauerfeind, einem Partner des DOSB. Gleich trat ich ein und berichtete √ľber R√ľckenschmerzen bei Staffell√§ufen. Diese Schmerzen, die sehr h√§ufig w√§hrend des Staffel-Trainings und bei Staffel-Wettk√§mpfen auftauchen, wollte ein Bauerfeind-Vertreter mit einer seiner zahlreichen Bandagen in den Griff bekommen. Nachdem ich viele davon ausprobierte, gab der Herr mir gleich eine mit. Beim Training auf dem Eis am n√§chsten Tag stellte ich aber fest, dass mir der Druck auf den Bauch durch den Beckengurt zu stark war und ich die Bandage somit nur au√üerhalb des Trainings verwenden kann. Trotzdem: Danke an Bauerfeind f√ľr die Austattung mit der Bandage.

 

 

Wieder zur√ľck beim Essen genoss ich mein zweites Bier. Ja, auch das zweite f√ľhlte sich sehr gut an! Schon eine ganze Weile hatte ich auf alkoholische Getr√§nke verzichten wollen, damit ich fit und gest√§rkt in den Wettkampf gehe, aber da mir noch eine gute Woche bis zu den 500m blieben, entschied ich mich, mir zwei halbe Liter zu g√∂nnen.

 

 

Auf dem R√ľckweg vom ‚ÄěSpeisesaal" zur Garderobe wurden wir noch gebeten, einen Acer-Laptop zu unterschreiben und kamen danach wieder am Schie√üstand vorbei. Abermals konnten wir nicht anders, als B√§lle zu werfen. Wir versuchten ganz oft, alle f√ľnf Biathlon-Scheiben wei√üzuschie√üen, aber es gelang uns einfach nicht. Wir legten fest: Bevor nicht einer von uns alle f√ľnf Scheiben getroffen hat, gehen wir nicht nach Hause. Die Damen am Schie√üstand versuchten uns mit Strafen zu motivieren: 5 Liegest√ľtze pro Fehlwurf. Da machte der eine schon mal 5, 15 oder sogar 25 St√ľck bevor er weiterspielen durfte. Dann endlich! Becks traf alle f√ľnf Scheiben und erl√∂ste uns. Als Belohnung erhielt er einen blauen Pullover. Jetzt wussten wir, woher die Kanadier am Tisch ihre ‚ÄěEinkleidung" hatten.

 

 

Es war mittlerweile schon nach Mitternacht und wir verabschiedeten uns von allen. Der 4-Ringe-Shuttle brachte uns wieder zum 5-Ringe-Dorf zur√ľck. M√ľde und leicht ersch√∂pft legten wir uns in unsere Betten und schliefen in Gedanken an einen sch√∂nen freien Tag ein.

 

 

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