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HomeSaison 2009/10Team WMTeam-WM-Fünfter - starker Saisonabschluss

Team-WM-Fünfter - starker Saisonabschluss

Was für ein starkes Wochenende für den deutschen Short-Track! Bis zum letzten Staffellauf war absolut offen, wer von den vier B-Final-Teams dieses gewinnen würde, sowohl Großbritannien, Frankreich, Japan als auch wir waren mit den Punkten dicht beieinander. Die Staffel musste also über Sieg oder Niederlage entscheiden. Ich bin zusammen mit dem Männerteam Fünfter bei der Team-WM geworden. Das ist das beste Ergebnis, was deutsche Short-Tracker bisher erreichten!

 

 

Die Brackets:

 

Doch zurück zum Anfang. Gestern waren sowohl die deutschen Damen als auch wir Männer im zweiten Bracket. Es lief eigentlich ganz gut für uns alle, obwohl der ein oder andere mit dem Eis und seinen Kufen mehr zu kämpfen hatte, als mit den Gegnern. Nach ein paar guten Rennen (Paul Zweiter über 1000m, ich Zweiter über 500m, Sebastian Vierter über 5000m) stand nun nur noch das Staffelrennen an. Gegen Kanada waren wir punktemäßig schon vor der Staffel machtlos, aber mit den Italienern und Briten kämpften wir um den Einzug ins Repecharge. Leider wurden wir in dieser Staffel nur Vierter und konnten somit nur zwei Punkte ergattern. Trotzdem setzten wir uns in der Gesamt-Punktewertung als Dritter vor den Briten durch und qualifizierten uns fürs Repecharge am Abend. Der Vierter, also Großbritannien, ging gleich ins B-Finale am Sonntagvormittag.

 

Die Damen konnten in ihrem Bracket #2 mit einigen guten Leistungen (Christin Zweiter über 1000m, Bianca Zweite über 500m, Julia Vierte über 3000m und alle zusammen mit Susi einen Zweiten in der Staffel) aufwarten. Trotzdem reichte es am Ende nur für den dritten Platz. Da aber ihr Bracket nur aus drei Teams bestand, waren sie somit auch fürs Repecharge am Samstagabend qualifiziert.

 

 

Die Repecharges:

 

Am Sonntagabend standen wir nun alle verdient im Repecharge. Die Kufen liefen endlich gut und fast alle von uns kamen mit dem schnellen Eis wieder zurecht. Auch ich konnte endlich wieder drücken, ohne wegzubrechen. Das gab mit ein sehr gutes Gefühl und vor allem Selbstvertrauen. Wir standen also mit den zweitplatzierten Italienern aus unserem Bracket und China und Frankreich aus dem ersten Bracket im Repecharge. Hier ging's um den Einzug ins A-Finale. Wir mussten, um dieses Ziel zu erreichen, mindestens Zweiter werden.

 

Es begann wieder mit den 1000m. Ich war im ersten Rennen dran, wurde Zweiter hinter China und konnte prompt 3 Punkte für uns holen. Tyson holte noch 2 Punkte und Sebastian und Paul jeweils einen. Über 500m erhofften wir uns etwas mehr, da Tyson und ich da vielleicht ein paar verlorene Punkte über 1000m wieder reinholen konnten. Wieder war ich im ersten Lauf und gewann diesmal. Neben mit holte noch Tyson ebenfalls 5 starke Punkte. Paul konnte uns zwei Punkte retten und Beck's einen. Damit hatten wir etwas aufgeholt. Da über 3000m nur die besten vier Läufer Punkte erhielten, und wir die Plätze 5 und 7 belegten, gingen wir hier leer aus. Aber die Staffel war unsere Hoffnung. Da waren wir stärker. In diesem guten, aber nicht so schnellen Staffelrennen wurden wir Dritter und damit war klar: Wir durften (nur) im B-Finale starten. Da wir aber punktgleich mit Frankreich waren, gab uns das Hoffnung auf eine Platzierung unter den ersten Zweien im B-Finale am Sonntag.

 

Bei den Damen waren aus meiner Sicht Susi mit ihrem Sieg über 500m und Julia mit ihrem vierten Platz über 3000m die herausragenden Ergebnisse in diesem Repecharge. Der Sieg in einer Klasse Staffel brachte sie noch an den Ungarinnen vorbei auf den dritten Rang. Damit starteten auch unsere Damen am Sonntagvormittag im B-Finale.

 

 

Das B-Finale:

 

Jetzt galt es noch einmal alle Kräfte für diese entscheidende Runde zu mobilisieren. Es ging um die Plätze 5 bis 8. Doch genauso wie wir, wollten natürlich die anderen Teams im B-Finale diesen guten fünften Platz erlaufen. Wir brauchten also eine gute Strategie, Selbstvertrauen und gute Beine. Das Eis war wieder stabiler und schnell und mit Eric hatten wir einen guten Taktiker auf unserer Seite. Er kennt die meisten Sportler noch aus seiner aktiven Zeit, kann sich gut in die anderen Trainer hineinversetzen und all das galt es nun zu nutzen.

 

Die 1000m standen wieder zuerst auf dem Plan. Paul und Tyson sicherten je drei Punkte, Sebastian und ich jeweils zwei. Schon in Tysons Rennen hätte der Brite für ein unsauberes Überholmanöver disqualifiziert werden müssen. Das geschah aber nicht. In meinem Rennen ging es auch etwas kurios zu. Jedoch wurden die Entscheidungen der Schiedsrichter diesmal zu Recht getroffen. Ich hielt mich von Anfang an vorn auf. Der Japaner führte lange, ich überholte ihn innen, genau in dem Moment, als auch der Brite überholen wollte. Dadurch vereitelte ich seinen Ansatz, mich zu überholen und kam selbst noch an die führende Position. Ich hatte somit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Es war noch eine Runde zu laufen und ich lag in Führung. Trotzdessen meine Sprinterkräfte langsam zu schwinden schienen, gab ich alles, um die eventuellen fünf Punkte für unser Team zu sichern. Der Franzose versuchte mich innen zu überholen, doch das gelang nicht. Er traf mich am Kurveneingang und schob mich regelwidrig nach außen. Er ging in Führung und ich musste einen großen Bogen laufen wodurch mich sogar noch der drittplatzierte Brite überholte. Ich konnte mich dann wieder hinter dem Briten einreihen, und wollte meine Position halten. Doch in der letzten Kurve trat ich auf einen Klotz und stürzte. Das war ärgerlich, wo doch der Franzose disqualifiziert wurde und ich dadurch den zweiten Platz hätte machen können. Wie erwartet wurde der Franzose disqualifiziert und ich bekam leider nur zwei Punkte. Aus meiner Sicht war dies ein taktisch sehr gutes Rennen, obwohl ich in dieser Saison noch nicht viele 1000m-Rennen gelaufen war. Etwas enttäuscht ging ich vom Eis. Meine Beine brannten, da ich im Rennen viel gearbeitet hatte.

 

Aber die 500m standen ja noch an, meine Lieblingsstrecke. Auf dieser Distanz punkteten wir. Becks und ich gewannen unsere Rennen und holten jeder fünf Punkte. Tyson wurde Zweiter und sicherte uns drei Punkte, Paul einen Punkt. Wir hatten also wieder etwas Boden gut gemacht. Über 3000m holte Sebastian für uns einen wichtigen Punkt als Vierter auf der Ziellinie.

 

Alle Teams lagen nun so dicht beieinander, dass grob gesagt die Platzierung der Staffel auch der Platzierung im Endklassement im B-Finale entsprach. Jeder wusste also, worum es ging. Ich persönlich war scharf darauf, nicht nur zu gewinnen, sondern die Briten zu schlagen. Darauf war ich heiß. Wir liefen los und keiner wollte dem anderen etwas schenken. Nach 45 harten und schnellen Runden überquerten wir als erstes die Ziellinie und wussten, wir haben unser Ziel erreicht.

 

 

Gesamtwertung:

 

Deutschland wurde Fünfter bei der Team-WM, das beste Ergebnis überhaupt! Wir sind glücklich und stolz auf unsere Leistungen. Aus meiner Sicht ein gelungener Ausklang der Saison. Gold holte übrigens Korea vor Kanada und China.

 

Die Damen überzeugten heute u. A. mit ihrer Staffel. Diese gewannen sie mit vielen Metern Vorsprung. Eine starke Leistung, obwohl am Ende nur der siebte und somit letzte Platz auf dem Papier stand. Bei den Damen siegte ebenfalls Korea vor Kanada und Italien.

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